4 Fragen an… Heinz Badewitz

Er hat sie alle gesehen: die Filme, die guten wie die schlechten, die Regisseure, die berühmten wie die unerkannt gebliebenen, die Schauspieler, ob Stars, ob Sternchen, ob Fünkchen. Heinz Georg Badewitz, Jahrgang 1941. Als tatendurstiger, streitbarer Mittzwanziger gründete der Hofer 1967 zusammen mit seinem Kollegen Uwe Brandner jenes Festival, das heute als Internationale Hofer Filmtage Weltruhm genießt, und er ist seither auch dessen künstlerischer Leiter. 1977 wurde er zur Verantwortung der Reihe »German Cinema« der Berlinale berufen und in den Folgejahren für seine herausragenden Verdienste um den deutschen Film mit hochkarätigen Preisen überhäuft, bis hin zum Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik. Heinz Badewitz könnte stundenlang über sein Lebenswerk erzählen, doch so viel Zeit ist nicht, erst recht nicht in den mit Arbeit angefüllten Tagen vor dem Festival, das heuer zum 48. Male über die Bühnen und Leinwände geht. Vier Fragen sind aber allemal drin.


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Herr Badewitz, was gibt’s denn so Neues beim Deutschen Film?
Wir haben dieses Jahr wieder über 30 neue deutsche Spiel- und Dokumentarfilme sowie 30 deutsche Kurzfilme im Programm. Das ist eine enorme Vielfalt, und genau darinnen ist der deutsche Film auch sehr stark. Es werden ganz unterschiedliche Themen behandelt: Beziehungsprobleme, die Arbeitswelt, Flüchtlingsdramen. Und es sind in Hof alle Genres und Stile vertreten, vom Arthouse-Drama bis zum Horror. Von daher ist es gar nicht möglich, von einer bestimmte Tendenz oder dergleichen zu sprechen.


– 2 –

Welches Werk, das auf den diesjährigen Hofer Filmtagen gezeigt wird, verspricht das spannendste – oder hoffnungsvollste zu sein? Und warum?
Das kann ich nicht sagen. Wir treffen hier eine enge, knallharte Auswahl aus etwa 3.000 Filmen, wobei der deutsche Film immer im Mittelpunkt steht. Aus diesem Surrogat von rund 70 langen Filmen kann ich keinen nochmals herausheben, weil jeder für sich schon hervorsticht.


– 3 –

Womit haben Sie als Festivalleiter eigentlich am meisten zu kämpfen?
Mit dem Ansturm der Filmemacher aus der ganzen Welt. Post und Kuriere müssen Überstunden wegen uns machen, dazu kommen die digitalen Links. Das zu ordnen, ist der größte Kampf. Man muss ja alle Filme sehen, um die Talente erkennen zu können.


– 4 –

Warum sind, Ihren Worten zufolge, Filmemacher auch gute Fußballspieler?
Weil das einfach so ist. Du brauchst ein Team, als Filmemacher wie als Fußballer, deshalb ergänzt sich das sehr gut. Teamfähigkeit ist bei beiden das Entscheidende. Deshalb ist das schon 1968 überraschend gewesen; Fassbender konnte gut Fußball spielen, sogar Wim Wenders hat mal rechts außen gespielt. Die waren auch müde von den ganzen filmpolitischen Diskusssionen, da war das eine gute Alternative.

TEXT: MARKUS SCHNEIDER
FOTO: DIETER NEIDHARDT