4 Fragen an… Jan Smigmator

Der 29-jährige tschechische Sänger Jan Smigmator steht am 18. September ab 19 Uhr auf der Bühne des Westböhmischen Theaters in Eger (Cheb), samt Big Band und weiteren Sängern. Dieses Jazz-Konzert wurde mit dem Attribut »episch« versehen, denn es ist das »Frank Sinatra Fest« zum 100. Geburtstag dieser Weltlegende des Swing.


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Ihr Debütalbum heißt »Swing Is Back«. Ist Swing wirklich zurück?
Ich versuche, ihn zurückzuholen. Und wenn er nicht kommt, bringe ich ihn persönlich hierher. (lacht) Heute ist Elektroswing populär. Es rollt durch Europa und die Welt, ist zum Beispiel in Deutschland sehr beliebt, wo sich junge Leute, auch meine Altergenossen, von Elektroswing zur Swingklassik zurück bewegen, davon begeistert sind und sich wundern, warum sie auf diese Musik nicht schon früher getroffen sind. Auch auf unsere Konzerte kommt mehr und mehr junges Publikum, obgleich die mittleren und älteren Generationen noch immer dominieren. Swing is back! Das stimmt also tatsächlich.


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Ihr gesangliches Vorbild ist ganz offenbar der 89-jährige Tonny Bennet …
Als ich vor fünf Jahren sein Konzert in London besuchte, war ich begeistert. In die ausverkaufte Royal Albert Hall kamen zweimal an zwei Tagen 4.500 Zuschauer. Ich habe dann in Prag ein Konzert zu seinen Ehren initiiert. Auf seinem anschließenden Konzert in Berlin konnte ich ihn sogar persönlich treffen. Er sagte mir, dass dank solcher Leute wie mir diese schöne Live-Musik weiterlebt. Und legte mir nahe, immer auf ein gutes Repertoire zu achten und mein ganzes Herz in den Gesang zu geben.

DIE GANG

In Eger (Cheb) beherrscht Jazzpianist Radim Vojíř mit seinem 20-köpfigen Orchester JazzBigGang die Szene, das aus einer Studentenband des Egerer Gymnasiums 1991 hervorging. Heute übernimmt das Orchester die Aufnahmen für Radio und Fernsehen, spielt auf Festivals, Musikwettbewerben und Konzerten im In- und Ausland.


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Sie treten mit vielen Big Bands auf. Was macht Ihnen Spaß daran?
Für jeden Sänger ist eine große Jazz-Band eine erstaunliche Sache. Und gerade Swing braucht dieses Arrangement. Ich singe auch mit Amateurorchestern, an denen mir sehr gefällt, dass sie aus vollen Herzen spielen, weil sie das einfach lieben; sie brauchen das nicht, um Geld zu verdienen. Das ist manchmal der Unterschied zu professionellen Musikern, die zwar meist technisch besser sind, aber eben spielen müssen – auch wenn sie nicht wollen oder keine Lust haben. Die Amateure sind begeistert und jedes Konzert wird zum Erlebnis.


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Wie verträgt sich Ihr Gesang mit der Moderation im Tschechischen Rundfunk?
Sehr gut. Im Tschechischen Rundfunk 2 habe ich die regelmäßige Musikshow »Klub Evergreen«, die jeden Samstag um 12.05 Uhr gesendet wird. Neben der Qualitätsjazzmusik begrüße ich in diesem Programm auch interessante Gäste – berühmte und auch hoffnungsvolle Sänger, Komponisten, Songschreiber, Schauspieler und Musiker, die ein Teil der mitteleuropäischen Musikgeschichte geworden sind.

INTERVIEW: TOMÁŠ KÁBRT