4 Fragen an… Viktor Spáth

Mit dem dritten Festivalkonzert gibt auch der deutsche Artist in Residence, Matthias Grünert, sein Stelldichein. Der Kantor der Dresdner Frauenkirche präsentiert sich in einem Konzert mit dem Preisträger des Internationalen Musikwettbewerbs Markneukirchen 2014, Viktor Spáth. Dabei erklingen vor allem Barockwerke in klangprächtiger Besetzung von Orgel und Trompete.


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Sie und Ihre Trompete – war das Liebe mit dem ersten Ton?
Nein, es war keine Liebe. Es war eher Neid, weil mein älterer Bruder schon vor mir bei unserem Vater Trompete zu lernen begonnen hatte – und ich wollte die glänzende Trompete auch haben.


– 2 –

Hat Ihr Instrument einen Namen und pflegen Sie bestimmte Rituale?
Nein, meine Instrumente haben keine Namen. Ich besitze ungefähr zehn Trompeten. Das wäre dann auch zehn Namen – unmöglich. Aber ich pflege sie natürlich immer. Sie haben es verdient, sie sollen immer glänzen. Und sie danken es mir durch ihre Zuverlässigkeit.


– 3 –

Was liegt Ihnen mehr: altehrwürdig Barockes, ungewohnt Neues oder alles dazwischen?
Eigentlich liegt mir alles gut. Ich liebe Barock, auch Romantik und Modernes. Es soll gute Musik sein, dann ist es egal, aus welcher Zeit sie stammt.

ZUR PERSON:
VIKTOR SPÁTH

geboren 1984

Studium in Budapest bei Gábor Huszár und bei Tamás Velenczei

Absolvent der der Herbert-von-Karajan-Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker

Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, z.B. des 25. Concorso Internazionale Cittá di Porcia 2014 und des 49. Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen 2014

internationale Konzertreisen mit dem Gustav-Mahler-Jugendorchester und dem European Union Youth Orchestra

2012 bis 2014 Solo-Trompeter der Sächsischen Staatskapelle Dresden

umfangreiche solistische und kammermusikalische Aktivitäten im In- und Ausland


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Warum ist ein Konzert für Orgel und Trompete ein absolutes Muss für Musikliebhaber?
Ich weiß leider nicht, warum es so gut ist. Ich glaube, dass es einfach an der Kombination der beiden Instrumente liegt. Bach hat sehr oft gezeigt, wie schön die Trompete in einer Kirche klingen kann, und zusammen mit der Orgel ist das noch besser und obendrein auch sehr praktisch. Wenn man eine Orgel mit einem guten Organisten hat, braucht es kein Orchester.

INTERVIEW: CHRISTIAN BIES
FOTOS: PETER HERMAN