Sven Meinhold X Mario Goldstein

Die Kunst, oder besser: ein Künstler hat eine ganz eigene Sicht. Oscar Wilde hat es so treffend wie streitbar formuliert: »In Wahrheit spiegelt die Kunst den Betrachter, nicht das Leben.« Sie ist, in jeglicher Hinsicht, zutiefst eigensinnig. Genau darum geht es im 4/4-Projekt »InterpretARTion«. Die Fotografien für die Titelgeschichte jeder Ausgabe unseres neuen Kulturmagazins legen wir einem regional ansässigen Künstler zur freien Interpretation vor. Dabei interessieren uns die künstlerische Interpretation sowie der interpretierende Künstler, die Person und ihre ganz eigene Sicht.
ZUR PERSON:
SVEN MEINHOLD

geboren 1975 in Klingenthal

1999 Ausbildung zum Produktgestalter (IHK) in Plauen

2004 Ausbildung zum Mediendesigner (IHK) in Plauen

grafisch und gestalterisch tätig für verschiedene Arbeit- und Auftraggeber

erfolgreiche Teilnahme (Podestplatzierung) an diversen Kreativwettbewerben, u.a. der »Autozeitung«

llustratoren und Grafiker haben eines gemeinsam: Die Liebe zum Stift seit frühester Kindheit. Bei dem 4-jährigen Sven Meinhold aus Klingenthal waren es Autos – Designobjekte, die ihn 35 Jahre später immer noch faszinieren. Und deren Gestaltung ihm zwischenzeitlich vordere Platzierungen bei einschlägigen Wettbewerben bescherte. Selbstredend hat er sein Talent zum Beruf gemacht, arbeitet derzeit als Grafiker für eine Chemnitzer Werbeagentur und freiberuflich in mancherlei Auftrag, etwa der Neuen Kaffeerösterei in Plauen und des Kunsthauses Eigenregie in Eschenbach. Die Kür bleibt der Freizeit vorbehalten: Da lässt er der Inspiration freien Lauf, schöpft gern aus Internet-Funden und der eigenen Sammlung, hegt und pflegt sein Faible für die mit den Illustrationsstilen der 60er und 70er Jahre kokettierenden Vintage-Trends, immer im experimentellen Modus. Das Ergebnis ergibt sich aus dem Prozess. Da er mehr interpretiert denn komplett Eigenes ersinnt, betrachtet sich Sven Meinhold nicht als Künstler im eigentlichen Sinne, eher als kreativer Freigeist. So beruht seine Bearbeitung des Porträts von Mario Goldstein auch auf den rein digitalen Möglichkeiten des Graphic Tablets: Detailzeichnungen, Verfremdungen, Färbungen, Strukturüberlagerungen und – warum auch nicht – ein bisschen Effekthascherei.

TEXT: MARKUS SCHNEIDER
GRAFIK: SVEN MEINHOLD